Freispielzeit PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Donnerstag, den 11. Juni 2009 um 11:31 Uhr

 

Mit Freispiel wird eine bestimmte Zeitdauer und eine bestimmte Situation im Kindergarten (das heißt: innerhalb der Grenzen eines vorgegebenen Rahmens) bezeichnet, während der und in der die Kinder

  • ihren Spielort selbst wählen können
  • entscheiden können, was sie tun möchten (spielen, zuschauen, ausruhen, bauen,...)
  • alleine, mit Freunden, oder mit der Erzieherin etwas tun können
  • mit oder ohne Material spielen können, das sie aus einem relativ breiten Angebot sich selbst aussuchen dürfen
  • den Spielverlauf bestimmen können
  • bei einer aus verschiedenen Handlungsmöglichkeiten ausgewählten Tätigkeit verweilen können
  • die sie aber auch nach eigenem Ermessen beenden können
  • Intensität und Tempo ihres Tätigseins nach eigenem Bedürfnis und Kräfteverhältnis selbst bestimmen können.

 

Jedes Kind im Kindergarten befindet sich auf einer anderen Stufe seines Freiheitsbedürfnisses und seiner Fähigkeit, mit Freiheitsangeboten umgehen zu können. Deshalb muss es selbst wählen dürfen (Spiel, Thema, Spielkameraden, Ort). Es ist also ein Arrangement von Möglichkeiten notwendig, mit dem das Kind nach eigenem Wunsch umgehen kann und darf.

Die Grenzen, die der Erzieher dem Kind setzen muss, sind keine willkürlichen, wenn sie von ihm in der Bezogenheit zum Kind und dessen Bedürfnissen und den äußeren Gegebenheiten gesetzt und verändert werden. Grenzen sind zum Beispiel notwendig, wenn das Kind eine Situation ihrer Bedeutung nach - meist eine Gefahr - noch nicht wie ein Erwachsener einzuschätzen vermag. Grenzen können auch ein zu reichhaltiges Materialangebot oder eine zu große Kindergruppe sein, wenn sich dadurch ein Kind verunsichert fühlt.

Für die Kinder ergeben sich vielfältige Spielmöglichkeiten. Damit das Spiel sich entwickeln und entfalten kann, ist es notwendig, dass unsere Räume und unser Beschäftigungsmaterial Kinder anregen und ihren Bedürfnissen entsprechen. Die Erzieherinnen tragen durch ihr pädagogisches Wissen dazu bei, diese kindgemässe Umgebung vorzubereiten und sind als Spiel- und Ansprechpartner für die Kinder da.